Spatenstich


Der erste Spatenstich für das Bauvorhaben wurde nun durch den Bürgermeister der Gemeinde Selfkant, Herbert Corsten, den Landrat des Kreises Heinsberg, Stephan Pusch, den Architekten des Planungsbüros K 3, Johanniter Regionalvorstand Ralf Rademacher als Vertreter des Rettungsdienstes, Ralf Herbertz als Leiter der Freiw. Feuerwehr Selfkant und Gregor Küsters als Einheitsführer der Löscheinheit Höngen-Saeffelen vollzogen. Die Kameraden der beteiligten Einheit, Kreisdezernent für Rettungsdienst und Katastrophenschutz, Ludwig Schöpgens, Kämmerer Werner Jans und Ordnungsamtsleiter Frank Bienwald von der Gemeinde Selfkant, die Fraktionsvorsitzenden der Ratsparteien und die Ortsvorsteher der beteiligten Orte, Ruth Deckers und Werner Jörissen, wohnten der Zeremonie ebenfalls bei. Dieses Projekt stellt einen großen Schritt zur Verbesserung des Feuerschutzes im Selfkant und der rettungsdienstlichen Versorgung der Selfkänter und Waldfeuchter Bürger dar.

Der in 2001 von der Gemeinde Selfkant beschlossene Brandschutzbedarfsplan führte zur freiwilligen Zusammenlegung der damals acht Löschgruppen zu nunmehr vier starken Einheiten. Die Konzentration auf vier Standorte erforderte jedoch zur Erfüllung der vorgegebenen Schutzziele (Eintreffzeit und Mannschaftsstärke) einige bauliche und technische Investitionen. Die neue Doppeleinheit Höngen Saeffelen erhielt deshalb bereits im Jahr 2003 ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 und die neue Doppeleinheit Havert-Schalbruch ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 10/6. Im Jahr 2008 konnte die Einheit Millen-Tüddern ihr neues Gerätehaus neben dem Rathaus in Tüddern beziehen. Der Neubau des Gerätehauses der Einheit Hillensberg-Süsterseel wurde, verzögert durch den ungewöhnlich strengen Winter, in der 1. Märzwoche begonnen.

In enger Kooperation der Gemeinde Selfkant mit dem Kreis Heinsberg als Träger des Rettungsdienstes wurden Planungen einer Rettungswache für das Gebiet der Gemeinden Selfkant und Waldfeucht aufgenommen. Untersuchungen der Einsatzstatistiken hatten ergeben, dass die zulässigen Hilfsfristen des Rettungsdienstes besonders in grenznahen Regionen der beiden Gemeindegebiete zum Teil nicht eingehalten werden konnten. Aus diesem Grund wurde Mitte 2009 als Sofortmaßnahme eine 12-stündig besetzte Rettungswache im Feuerwehrhaus Saeffelen eingerichtet. Diese Wache wird nun in den Neubau integriert und nach Fertigstellung Ende 2010 aufgrund der Einsatzzahlen sehr wahrscheinlich 24-stündig besetzt sein. Mit dieser Maßnahme ist eine annähernd gleich gute rettungsdienstliche Versorgung aller Menschen im Kreisgebiet gewährleistet.

Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass nach dem Bezug des neuen Gerätehauses der Ausrückbereich der Löscheinheit Höngen-Saeffelen aufgrund der Euromosa-Vereinbarungen zwischen der niederländischen Stadt Echt und der Gemeinde Selfkant auf den niederländischen Ort Koningsbosch ausgeweitet wird. Die räumliche Nähe zu Höngen und Saeffelen würde auch hier für deutlich verbesserte Eintreffzeiten der Feuerwehr bei Bränden und Unfällen beitragen und die Sicherheit der dortigen Bevölkerung erhöhen.

Der vom beauftragten Planungsbüro K 3 aus Tüddern mit der Feuerwehr und dem Kreisordnungsamt erarbeitete Planungsentwurf fand am 18.08.2009 die Zustimmung des Rates der Gemeinde Selfkant.
Im Feuerwehrgerätehaus werden neben getrennten Räumlichkeiten für den Rettungsdienst und die Löscheinheit ein zentrales Schlauchlager und drei Stellplätze für Feuerwehrfahrzeuge geschaffen. Die Wehrleute profitieren beim Neubau von einem erheblichen Sicherheitsgewinn, da aufgrund der sehr beengten Verhältnisse in den alten Gerätehäusern die Richtlinien der Unfallverhütung nicht eingehalten werden konnten. Das Umkleiden unter Zeitdruck in unmittelbarer Nähe zum ausrückenden Löschfahrzeug, noch dazu im Durchzug des offenen Hallentores und ohne Blickschutz vor der Öffentlichkeit, ist besonders im Hinblick auf weibliche Einsatzkräfte alles andere als zeitgemäß.


Die Baukosten der Feuer- und Rettungswache werden mit 750.000 € beziffert, wobei rund 512.000 € aus Mitteln des Konjunkturpakets der Bundesregierung bereitgestellt werden.

Einige Daten zum Neubau

Gesamtnutzfläche 583 m²
Rettungsdienst 133 m²
1 Stellplatz für RTW

Feuerwehr 450 m²
3 Fahrzeugstellplätze
35 aktive Feuerwehrmänner
1 aktive Feuerwehrfrau

Umbauter Raum 3751 m³

Die Rohbauarbeiten sollen in Kürze beginnen.


Bernd Douven

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