Erste Hilfe Seminare bei der Feuerwehr Gangelt

 

Im Notfall sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in wenigen Minuten zur Stelle. Besonders bei einem Herzstillstand zählt jede Sekunde, insbesondere auch vor Eintreffen der Einsatzkräfte. Aus diesem Grund fanden nun mehrere Ersthelfer-Seminare bei der Feuerwehr in Gangelt statt. 

 Trotz umsichtigen Handelns und sorgfältigen Verhaltens passieren immer wieder Unfälle und Missgeschicke, die in einem Notfall enden. Interessanterweise passieren statistisch gesehen rund 2/3 der Unfälle im Haushalt und nicht etwa auf der Arbeit oder im Straßenverkehr. Da werden Stühle als Leitern missbraucht, die scharfen Küchenmesser genommen um etwas aufzuschneiden, oder es passieren Unfälle beim Umgang mit offenem Feuer. Besonders zeitkritisch sind jedoch Herz-Kreislauf-Stillstände, denn jede Minute ohne eine Reanimation sinkt die Überlebenschance um zehn Prozent. Doch egal wo und unter welchen Voraussetzungen ein Notfall auftritt, Erste Hilfe leisten kann jeder. Angehörige einer Feuerwehr stehen dabei besonders im Focus.

 In diesem Jahr legte die Einheit Gangelt deshalb ganz besonderen Wert auf die Auffrischung der Ersten-Hilfe-Kenntnisse ihrer Einsatzkräfte. Notfallsanitäter Marcel Huken von Fiegen Notfallmedizin brachte an zwei Terminen die Mitglieder der Löscheinheit Gangelt auf den aktuellen Stand. Hierbei konnten die Einsatzkräfte mit moderner Technik ihr Wissen auffrischen. Für die nächsten Jahre plant Einheitsführer Tim Breickmann zusammen mit Marcel Huken eine Intensivierung der Ersthelferausbildung insbesondere im Bereich der Herz-Lungen-Wiederbelebung. 

 

 

 

Beatmung mittels Beatmungsbeutel

 

Wenn Fremdkörper z.B. durch verschlucken die Atemwege verstopfen, sind die ersten lebensrettende Sofortmaßnahmen mehrere kräftige Schläge zwischen die beiden Schulterblätter. Sofern dies den gewünschten Erfolg nicht bringen sollte, kommt das Heimlich Manöver zu tragen. Durch eine Kompression des Bauchraums wird versucht, den Fremdkörper mit Überdruck aus der Luftröhre zu befördern. Da dies bei lebenden Personen äußerst Schmerzhaft wäre, konnten die Teilnehmer bei diesem Seminar auf Heimlich-Handgriff-Trainer zurückgreifen. Hierbei muss mit Überdruck ein gelber Schaumstoffpfropfen aus dem Trainer geschossen werden.

    

Eine große Hilfe bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung sind automatisierte externe Defibrillatoren (AED). Sie leiten den Ersthelfer bei der Reanimation an und geben bei defibrillierbaren Herzrhythmusstörungen zusätzlich Stromstöße ab. Mittlerweile sind AEDs an vielen öffentlichen Gebäuden wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Rathäusern angebracht. In unserem Nachbarland den Niederlanden sind die AED noch viel stärker verbreitet.

          

Im Rahmen des Erste-Hilfe-Trainings müssen die Teilnehmer an Übungspuppen das 30/2 Schema üben. Dies bedeutet 30 Herzdruckmassagen und anschließend 2 Atemspenden. Alle zwei Minuten wechseln sich die beiden Helfer ab.

 

Oliver Thelen

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