Neuer Lebensraum für Bienen und Insekten

Schüler verteilen 2.500 Saatguttütchen

 

Selfkant Mit einer besonderen Naturschutzaktion konnten die Grundschulen im Selfkant mehrere hundert Quadratmeter neue Bienenwiese schaffen. Die Kinder verteilten im April kostenlose Saatguttütchen an die Einwohner der Gemeinde. Neben vielen privaten Haushalten beteiligten sich auch Landwirte an der Aktion BienenEinMalEins.

 

Für die 254 Grundschüler im Selfkant ist klar, die Aktion war ein voller Erfolg: die Resonanz aus der Bevölkerung ist groß, die kostenlosen Tütchen sehr begehrt. Die Idee zum BienenEinMalEins entstand bereits im letzten Jahr. Anja Schmitz, eine Schülermutter erkannte das Potenzial der privaten Außenanlagen im ländlich gelegenen Selfkant und überlegte, wie die Menschen am besten zu erreichen wären. So kam es zur Zusammenarbeit mit den Grundschulen. Schulleiterin Andrea Reh, konnte sich schnell für die Idee begeistern. Eine weitere Grundschule folgte, dann die ersten Sponsoren. Das Projekt BienenEinMalEins nahm schnell Fahrt auf. „Wir möchten über die Kinder so viele Leute wie möglich erreichen.“ so Initiatorin Anja Schmitz. “Daher halten wir die Hürden klein: Das Saatgut gibt es kostenlos und wir fragen nach nur einen Quadratmeter pro Haushalt. Das kann man zur Not auch über Blumenkästen erreichen. Auf diese Art kann wirklich jeder was tun.“

Die Aktion läuft noch, aber für Andrea Reh, Schulleiterin der Westzipfelschule, hat sich die Arbeit schon jetzt gelohnt. „Die Kinder haben das so toll gemacht. Wir haben im Vorfeld Imker in die Schulen eingeladen und die Kinder an das Thema herangeführt.“ Auch Marlies Welfers, Leiterin der Astrid-Lindgren Schule findet: „Es war uns ein Anliegen, dass die Kinder wissen, warum das Thema so wichtig ist und, dass wir alle etwas tun können.“

Das Bienen-Team besteht dabei nicht nur aus Grundschulkindern, auch Eltern und Großeltern haben tatkräftig geholfen. „Ich finde die Aktion aus vielen Gründen gut.“ so Brit Meuwissen. „Wir schaffen nicht nur neuen Lebensraum, sondern leben unseren Kindern auch Verantwortung vor.“ Die Hobbyimker Anita Roob und Yvonne Wartenberg sind von Haus aus begeistert von dem Projekt: „Für uns war es wichtig, den Kindern die Angst vor Bienen und Insekten zu nehmen.“

Als besonderen Erfolg wertet das Team vom BienenEinMalEins die Beteiligung einiger Landwirte. So stellte, angeregt durch die Aktion, ein örtlicher Spargelbauer 500 Quadratmeter für Bienen und Insekten zur Verfügung. Fläche, die es ohne das BienenEinMalEins heute nicht geben würde. Auch viele private Haushalte haben es nicht bei einem Quadratmeter belassen. „In unserem Garten gibt es in diesem Jahr 45 Quadratmeter für Bienen und Insekten.“ sagt Ina Smeets, Unterstützerin der Aktion. „Wir hatten schon immer einen kleinen Bienengarten, haben ihn aber jetzt noch einmal aufgestockt.“

Insgesamt wurden für die Aktion 2.500 Saatguttütchen gepackt und verteilt. Wie viel Fläche tatsächlich entstanden ist, kann man nur schätzen. Dabei schauen die Initiatoren nicht nur auf den Quadratmeter. „Wir wünschen uns, dass die eigene kleine Bienenwiese ein Sprungbrett ist und auch in den Köpfen was verändert. Wenn wir es schaffen, die wilde Fläche beim Nachbarn nicht mehr zu beäugen und den Grünstreifen am Straßenrand nicht mehr als „ungepflegt“ zu reklamieren, dann haben wir wirklich was erreicht!“

Im kommenden Jahr will das EinMalEins-Team die Aktion verbreiten und weitere Schulen für das Projekt gewinnen.

Der Name „EinMalEins“ steht übrigens nicht nur für den Quadratmeter, den es zu bepflanzen gilt, sondern soll auch eine Brücke zu den Grundschülern schlagen. „Am Ende steht „EinMalEins“ auch für etwas Grundlegendes und Simples.“ so Anja Schmitz. „Mag das Thema Bienen- und Insektensterben für Fachleute sehr komplex sein, in unserem Rahmen ist ein Beitrag zur Lösung einfach. Man muss es nur angehen.“

 

Das Team der Aktion BienenEinMalEins

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