Naturschützer und Jäger retten seltene Rohrweihe

Zu den wenigen Vogelarten, die noch regelmäßig auf Ackerflächen im Kreis Heinsberg brüten, gehört die Rohrweihe. Ein Weibchen dieser sehr seltenen Greifvogelart, das nicht mehr richtig fliegen konnte, beobachtete ein Jagdpächter im Mai bei Wegberg-Merbeck. Die dazu gerufenen Naturschützer vom NABU Wegberg und Anwohner konnten das Tier, dem am linken Flügel mehrere Federn fehlten, vorsichtig einfangen und in die fachkundigen Hände der Greifvogelhilfe Rheinland weitergeben. Dort wurde das stark untergewichtige Tier von Parasiten befreit, geröntgt und gepflegt, so dass es am letzten Wochenende nach vier Wochen Pflege gesund und munter in die Freiheit entlassen werden konnte.

Rohrweihen brüten in gerne Schilfflächen, in Landschaften mit großen Ackerflächen wie dem Kreis Heinsberg auch in Getreide- und Rapsäckern. Sie ernähren sich vorwiegend von Kleinvögeln und kleinen Säugetieren wie Feldmäusen. Weihen sind etwa so groß wie ein Mäusebussard. Im Flug kann man sie an den leicht V-förmig nach oben gehaltenen Flügeln und ihrem gaukelnden, häufig niedrigen Flug über Ackerflächen erkennen. Häufiger als Rohrweihen im Sommer sieht man im Winter im Kreis Heinsberg Kornweihen, die nicht bei uns brüten, aber gerne den milden Winter hier verbringen. Weihen sind wie alle Greifvögel und Eulen in Deutschland streng geschützt.

 

 MS

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