Ein Zeitzeuge berichtet

Zum nunmehr 14ten mal besuchte Hartmut Richter als Zeitzeuge die Schulen im Kreis Heinsberg. 7 Schulen, darunter auch die Gesamtschule in Gangelt, standen auf dem Programm. Eingeladen und organisiert hatte wie in jedem Jahr der VdK Ortsverband Selfkant. Begleitet wurde Hartmut Richter von Toni Boden und Franz Lipperts.
Insgesamt wurden über 850 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Hartmut Richter, Jahrgang 1948 flüchtete 1966 aus der damaligen DDR ( Ost-Berlin). Sein erster Fluchtversuch 1966 über die Tschechoslowakei und Österreich scheiterte - er wurde zu 10 Monaten auf Bewährung verurteilt und machte erstmals Bekanntschaft mit dem Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit in Potsdam Lindenstrasse. Im gleichen Jahr gelang ihm dann die Flucht durch den Teltow Kanal im Süden Berlins.

Heute erzählt er an den Schulen seine Geschichte, vom Unrechtsstaat DDR, von seiner Tätigkeit als Fluchthelfer und von seiner Gefängnisstrafe - über 5 Jahre war er inhaftiert - und von der Stasi, die Ihn auch noch verfolgte als er längst im Westen war.
31 DDR Bürger schmuggelt er in den Westen über die Transitstrassen. Bei dem Versuch seiner Schwester die Flucht in den Westen zu ermöglichen, wird er verhaftet und zu 15 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Endlose Verhöre im Stasi - Gefängnis Hohenschönhausen, Folter perfide Zersetzungsmethoden, Isolation und Bespitzelung mußte er über sich ergehen lassen.
Nach mehr als fünf Jahren wird er 1980 von der Bundesrepublik Deutschland für 100000DM frei gekauft. Devisen, die die DDR gerne nahm.

Untermauert von einem ca. 40min. Film erzählt Hartmut Richter voller Überzeugung seine Geschichte den jungen Menschen.Es ist Aufklärung und Warnung zugleich.

Er verurteilt die Schandtaten an den Jüdischen Friedhöfen in Gangelt und Geilenkirchen in den vergangenen Tage auf das Schärfste.

Wir werden ihn im nächsten Jahr wiedersehen, den Zeitzeugen Hartmut Richter aus Berlin - an den Schulen im Kreisgebiet von Heinsberg.

FL