Wettstreit der Bürgermeisterkandidaten

Auf Initiative des Vorstandes des Gewerbeverbandes Selfkant e.V. fand gestern in der Waldschänke eine Vorstellungsrunde der Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters im Selfkant statt.
Norbert Reyans und Johannes von Helden stellten sich vor und danach den Fragen des Gewerbeverbandes Selfkant. Moderiert wurde die Veranstaltung von Heide Huchel und Bernd Friedrichs.
Unter Einhaltung der Coronabestimmungen verfolgten knapp 60 interessierte Bürger den sachlichen Wechsel zwischen Frage und Antwort. Beide Kandidaten hatten sich bestens vorbereitet und ließen keine der 15 Fragen unbeantwortet.

Danach gab es das "Feuer frei" für die Fragen aus dem Publikum. Hier ging es um die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Selfkant, Gangelt und Waldfeucht, die IT Kosten der Gemeinde Selfkant, die Zukunft der Feuerwehr Selfkant und der Vereine. Weiter standen Höngener Lokalthemen im Rampenlicht des Abends. "Scharf geschossen" wurde in diesem Teil des Abends nicht, auch nicht im Wettstreit der Parteien untereinander. Die Vorwürfe wurden sachlich entkräftet. Insgesamt war der Abend durch Sachlichkeit und Fairness gekennzeichnet.

Da es unmöglich ist, alle Antworten auf die Fragen im vollen Wortlaut und unverfälscht wieder zu geben, hatten wir die Kandidaten im Vorfeld gebeten, Ihre drei wichtigsten Ziele für Selfkant online zu formulieren. Ein Videomitschnitt der Veranstaltung ist in Vorbereitung.


Die Schwerpunkte von Johannes von Helden sind:

- Revitalisierung von Ortskernen/ bezahlbaren Wohnraum schaffen

Viele Bürger haben Altwohnraum, den sie nicht erhalten, weil es ihnen unrentabel oder kompliziert erscheint. Hier würde ich unterstützen durch Suche nach Förderdrittmitteln zur Sanierung oder zum Abriss mit anschließender Neubebauung.
Soweit es rechtlich möglich ist, würde ich anstreben, dass Baulücken in allen Ortsteilen geschlossen werden.
Bauwillige möchte ich gerne bei der Schaffung von preisgünstigem Wohnraum durch Beratung und Hilfestellung bei Beantragung der Mittel unterstützen.

- Tourismus/ Miteinander

In meiner politischen Vergangenheit war ich beteiligt an gut funktionierender Zusammenarbeit mit den deutschen Nachbarn im Verbund „Der Selfkant“, der als Marke auch einen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Eine derartige Zusammenarbeit ist für mich auch weiterhin wünschenswert.
Ebenso war ich auch im internationalen Bündnis „Euromosa“ mit Echt (NL) und Maaseik/Belgien beteiligt. Diese Partnerschaften möchte ich, so wie bisher Herbert Corsten, weiter pflegen.
Eine Anbindung an den VVV Zuid-Limburg (Niederlande), die Herbert Corsten bereits angeregt hat, möchte ich selbstverständlich verfolgen, was uns u.a. eine Anpassung der Rad-und Wanderwege des Radwegenetzes in die Nachbargemeinden ermöglicht.
Noch stärker möchte ich daran mitwirken, die Einmaligkeit der Region stärker in den Vordergrund zu bringen.
Wichtig erscheint mir auch eine Unterstützung von Eigeninitiative bei der Realisierung von Bewirtungsmöglichkeiten für Einheimische und Touristen.

- Kommunale Finanzen

Um den Mitgliedern der Gemeinde nicht zu schaden, bedarf es einer weitsichtigen Einschätzung und Steuerung der Finanzlage. Mit den vorhandenen Finanzmitteln werde ich diszipliniert und umsichtig planen und die allgemeine Finanzsituation angemessen berücksichtigen.
Wenn investive Projekte durchgeführt werden, muss sichergestellt sein, dass die Folgekosten kalkulierbar bleiben.
Weder Bevölkerung noch Betriebe dürfen durch Steuern übermäßig strapaziert werden, wobei jedoch landesweite Mindestsätze eingehalten werden müssen.


Zum Wahlprogramm von Johannes von Helden: https://www.von-helden.eu

 

Norbert Reyans hat unserer Bitte wie folgt entsprochen:


Die Coronakrise hat unseren Alltag verändert und stellt uns vor eine nie dagewesene Herausforderung. Vor allem die wirtschaftlichen Folgen und die daraus resultierenden finanzpolitischen Auswirkungen sind heute nur zu erahnen. Es wird daher in den kommenden Jahren eine besondere Aufgabe sein, unsere Gemeinde Selfkant im finanziellen Gleichgewicht zu halten. Dazu bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung von Bund, Land, Kreis und Gemeinde, damit entsprechende Handlungsspielräume erhalten bleiben. Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir den finanzpolitischen Kurs auch in den kommenden Jahren in bewährter Form fortsetzen können.

Der römische Philosoph Seneca hat einmal gesagt:
„Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will,
für den ist kein Wind der richtige.“


Eine zukunftsorientierte Kommunalpolitik bedeutet für mich, dass alle Themen und Maßnahmen Teil eines Gesamtkonzeptes sind. Den Hafen, den ich ansteuere, heißt Cittaslow www.cittaslow.de.
Echt-Susteren, Maaseik und die Gemeinde Selfkant haben im Jahr 2018 eine Urkunde unterzeichnet und vereinbart, in den kommenden Jahren zu einer internationalen Cittaslow-Region zusammenzuwachsen.
Für mich bedeutet dies, dass wir unsere lokalen Wurzeln, unsere Traditionen, Feste sowie unsere Kultur lebendig erhalten. Entscheidungen in der Kommunalpolitik so treffen, dass unser Selfkant sich weiterentwickelt zu einer lebenswerten Gemeinde mit hoher Lebensqualität.
Das heißt aber auch, dass Kommunalpolitik vom Gedanken der Nachhaltigkeit geprägt ist, sowohl im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes, der Mobilität, im Miteinander der Genrationen, der Landwirtschaft, in Handel und Gewerbe und als auch in vielen anderen Bereichen.
Die Ziele von Cittaslow sind im folgenden Zitat gut zusammengefasst: „In einer globalisierten und immer hektischer werdenden Welt die lokale Identität und Unverwechselbarkeit in vielen Lebens- und Wirtschaftsbereichen bewahren und weiterentwickeln.“ (Quelle: Homepage Cittaslow).

Ich möchte gerne gemeinsam mit Ihnen, der Politik und der Verwaltung die Gemeinde Selfkant in den kommenden Jahren zu einer Cittaslow Gemeinde entwickeln.

- Das Miteinander der Generationen 


Die Menschen in unserer Gemeinde werden immer älter; das ist schön und gut so. Es bedeutet aber auch, dass wir unsere nächste Umgebung entsprechend gestalten. Die Versorgung mit dem alltäglichen Bedarf, Mobilität, medizinische Versorgung, kulturelle und sportliche Angebote sind nur einige Stichworte, die in diesem Zusammenhang wichtig sind.
Mein Ziel ist es, dass die Menschen auch im Alter eigenverantwortlich, selbstbestimmt in der eigenen Wohnung im vertrauten Wohnumfeld leben können. Ebenso wichtig ist die Schaffung einer barrierefreien Infrastruktur. Es gilt unsere Dörfer als lebenswerte Orte zu erhalten, weiter zu entwickeln und die Ortskerne in den Blick zu nehmen.
Wir brauchen auch die jungen Menschen, die jungen Familien, sie sind unsere Zukunft. Der Selfkant soll eine familien- und kinderfreundliche Gemeinde sein. Es gilt also entsprechende Voraussetzungen zu schaffen, dass junge Menschen auch in Zukunft gerne im Selfkant leben wollen.
Unsere Kinder brauchen eine optimale Betreuung und Bildung. Dies bedeutet auch weiterhin eine ortsnahe Kinderbetreuung und Schulausbildung, die modernen Ansprüchen gerecht wird. Eine ausreichende Anzahl an Kindertagesplätzen für U3 und Ü3. Ich werde den eingeschlagenen Weg fortsetzen und unsere Schulen durch den digitalen Ausbau fit machen für die Zukunft.
Damit das Miteinander von Jung und Alt gut gelingen kann, werde ich einen Beirat für Generationenfragen einrichten, in dem Menschen unterschiedlichstem Alter nach Lösungen suchen, die allen Generationen gerecht werden. Dieses Gremium soll unter dem Vorsitz des Bürgermeisters tagen, damit eine direkte Verbindung zur Verwaltung und dem Rat gewährleistet ist.

Für mich persönlich ist der gesellschaftliche Zusammenhalt ein hohes Gut und ich bin davon überzeugt, nur im Miteinander der Generationen, der Gruppierungen, Vereine und Organisationen schaffen wir es, eine Heimat mit Zukunft zu gestalten.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist der Garant für unsere Zukunft.


- Naherholung und Tourismus im Einklang mit der Natur

Das Vorhaben der Gemeinde Selfkant dem VVV Zuid-Limburg beizutreten, werde ich mit Nachdruck verfolgen. Das Thema Naherholung und Tourismus im Einklang mit der Natur ist ein wichtiger Baustein für eine zukunftsorientierte Politik in unserer Gemeinde. Der Ausbau und die Optimierung der Fahrradrouten und die Entwicklung eines Wanderwegekonzeptes nach dem Knooppunktesystem bringen auch einen Mehrwert für unsere Bürgerinnen und Bürger. Aber auch die Pflege der Partnerschaften mit den Zipfelgemeinden und unseren Nachbarkommunen sowohl auf deutscher als auch auf niederländischer Seite, ist mir ein besonderes Anliegen.
Wir leben in einer wunderschönen Landschaft, die wir unbedingt für unsere Kinder und Enkelkinder erhalten sollten. Deshalb gilt es ein Konzept zu entwickeln, welches auch immer die Belange des Umwelt- und Naturschutzes beinhaltet. In diesem Zusammenhang begrüße ich die Renaturierung des Rodebaches, die noch in diesem Jahr begonnen werden soll, ausdrücklich.

Als Gemeinde Selfkant müssen wir in den kommenden Jahren ein Konzept für den Klimaschutz entwickeln. Ein erster Schritt ist die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden, wo dies möglich ist. Ich werde Schritt für Schritt die Dienstfahrzeuge auf E-Mobilität umstellen.

- Handel und Gewerbe

Grundlage für unsere Handlungsfähigkeit ist die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Selfkant. Das Schaffen attraktiver Rahmenbedingungen für den Ausbau und die Erschließung von Gewerbeflächen dient der Sicherung der bestehenden Betriebe und den Erhalt und den Ausbau von Arbeitsplätzen. Ich werde eine zentrale Anlaufstelle in der Verwaltung für alle Gewerbetreibenden schaffen, die dem Bürgermeister direkt zugeordnet ist. Ein regelmäßiger Dialog mit den Gewerbetreibenden, dem Gewerbeverband Selfkant sowie mit der Wirtschaftsförderung des Kreises Heinsberg sind für mich selbstverständlich.


Zum Wahlprogramm von Norbert Reyans https://www.norbertreyans.de

 

UHu