Landrat Stephan Pusch besucht Demeterhof und Biohofladen

Besuch vom Landrat Stephan Pusch und Beyda Üner, Dipl. Oecotrophologin des Kreises Heinsberg, im Rahmen der Aktionstage Ökolandbau NRW 2020 auf dem Demeterhof Hagen & Familie GbR und dem Biohofladen Tammer Selfkant GmbH


Sabrina Tammer vom Biohofladen Selfkant und Josef Hagen vom Demeterhof Hagen begrüßten im Rahmen der Aktionstage Ökolandbau NRW 2020 den Landrat Stephan Pusch und Beyda Üner, Dipl. Oecotrophologin des Kreises Heinsberg, auf ihrem Anwesen.
Bei sonnigem Wetter wurden beide Betriebe besichtigt und vorgestellt.
Es folgte Gratulation zum gewonnenen Wahlkampf mit einem überragenden Wahlergebnis von fast 80% und der bevorstehenden Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz.
Die Betriebe zeigten, wie es in Zukunft in den Punkten Nachhaltigkeit und Umweltschutz bestenfalls laufen könnte. Demeter steht für den biodynamischen Anbau und ist der älteste Bioverband Deutschlands. Seit 1924 werden Demeter-Felder nach strengen biodynamischen Richtlinien bewirtschaftet, die bis heute zu den konsequentesten in der Bio-Branche zählen. Im Fokus steht der biologisch-dynamische Anbau: Der Respekt für Mensch, Tier und Pflanze, das Verständnis für Naturprozesse und der sorgsame Umgang mit natürlichen Ressourcen sind Teil der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Die Demeter-Richtlinien gehen weit über die Vorgaben der EU- Öko-Verordnung hinaus – und leisten von der Erzeugung bis zur Verarbeitung mehr, als die Mindeststandards des EU-Biosiegels verlangen.
Die Basis der biodynamischen Landwirtschaft ist eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Der Hof gilt als lebendiger Organismus – Boden, Pflanzen, Tiere und Menschen wirken zusammen. Zur artgerechten Tierhaltung gehört, dass die Landwirte nur so viele Tiere halten, wie sie mit ihrem Land ernähren können. Die Mistmenge muss für die biologische Landwirtschaft und einen fruchtbaren Boden optimal sein. Für die Balance eines gesunden Organismus verwenden Demeter- Landwirte biodynamische Präparate, die sie aus pflanzlichen, mineralischen und tierischen Stoffen gewinnen und ihrem Hofkreislauf wieder zuführen. Übrigens: Demeter hat als erster Bio-Verband eine Richtlinie für die Pflanzenzüchtung erarbeitet. Das Ergebnis sind biodynamisch gezüchtete, samenfeste Gemüse- und Getreidesorten, die im Einklang mit der Natur für beste Demeter-Produkte und besten Geschmack stehen.
Gemeinsam wurde überlegt, wie man diese Ansätze in den konventionellen Landbau einbringen könnte, es wurden verschiedene Probleme erörtert und nach möglichen Lösungen gesucht. Zum Beispiel könnte man dem Nachwuchs in der Ausbildung mehr Möglichkeiten geben, Einblick in den Ökolandbau zu bekommen. Eine staatlich anerkannte Ausbildung gibt es im reinen Ökolandbau noch nicht, jedoch wäre ja schon viel gewonnen, wenn die Ausbildung zum Landwirt/in das Thema Ökolandbau, beinhalten würde.
Die Jugend jedoch denkt schon sehr grün, evtl. schlägt der Eine oder Andere die Richtung zum Biolandwirt/in ein.
Auf dem Demeterhof Hagen wird bereits die biologisch dynamische Ausbildung angeboten, durch welche Ausbilder Frank Tammer jedes Jahr eine/n Auszubildende/n begleitet.
Es wird bereits daran gearbeitet, dass die biologisch dynamische Ausbildung auch staatlich anerkannt wird.
Des Weiteren kamen wir auf das Thema Fleisch zu sprechen - folgende Frage warf sich kurzerhand auf: Wie kann man es den regionalen Bauern und Metzgern leichter machen, wieder selber zu schlachten? Auf dem Demeterhof wird als nächstes der Weideschuss und die mobile Metzgerei angestrebt. In anderen Bundesländern, wie zum Beispiel Bayern, ist das schon verbreitet. Hier zu Lande ist dies eine Hürde, weil es sehr wenige mobile Metzgereien gibt und weil es von den Behörden unterstützt werden müsste. Nur wenige Metzger schlachten noch selber, alles wird überschattet von Großmetzgereien, Massentierhaltung und schlechter Preispolitik.
Dies hat zur Folge, dass es auch wenig Nachwuchs im Metzgerhandwerk gibt.

Denn wer will schon irgendwann in einer Fleischfabrik am Band stehen?

Es wäre doch zu begrüßen, wenn sich hier auf der gesamten Fläche etwas verändern würde.
Der Demeterhof machte auf ein weiteres Problem aufmerksam - das Wasser. Die letzten Jahre waren sehr trocken, seither beziehen wir das Wasser aus dem Wassernetz der Stadt, denn auch wir kommen nicht daran vorbei, zu bewässern.
Jedoch mussten wir dieses Jahr des Öfteren unsere Bewässerungen stoppen, weil die Wasserwerke mit dem Wasser nicht nach kamen, Grünanlagen und Poolbefüllung in privaten Anlagen jedoch mussten nicht stoppen.
„Lebensmittel sollten uns allen mehr am Herzen liegen, als der Rasen in unserem Vorgarten,“ so Sabrina Tammer.
Am Ende des Gesprächs stellten wir fest, dass wir nicht von jetzt auf gleich alles ändern können, aber Schritt für Schritt kann jeder Einzelne mit seinem Verhalten und seinen Entscheidungen jeden Tag auf ein Neues Veränderungen bewirken.

 

ST

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