Dank an die Mitarbeiter der Selfkantbahn
Dank an die Mitarbeiter der Selfkantbahn
Die Faszination Selfkanbahn ist ein vielschichtiges Phänomen, das Technikbegeisterung, Nostalgie und die Reiselust miteinander verbindet. Ob es die gewaltige Kraft alter Dampfloks oder das Erlebnis mit der Bahn zu fahren, die Selfkantbahn ist ein Zuschauermagnet.
Und im Gegensatz zum großen Bruder ist die Selfkantbahn pünktlich und zuverlässig.
Doch wer macht das möglich? An den Ostertagen waren ca. 40 Hobbyeisenbahner für ihre Besucher unterwegs. Dafür ein herzliches Dankeschön in Form von ein paar Bildeindrücken.
High Light Kastendampflok RUR - heute noch zu sehen
Eröffnung der Strecke Birkesdorf – Merken vor 125 Jahre durch die Dürener Dampfstraßenbahn / Einsätze der RUR dieses Jahr bei der Selfkantbahn

Am 1. Januar 1901 eröffnete die meterspurige Dürener Dampfstraßenbahn die Verlängerung ihrer bisher nur 2,8 km lange Strecke von Düren nach Birkesdorf um 2,9 km bis Merken. Auch wenn die neue Streckenlänge im Vergleich zu anderen Kleinbahnen sehr kurz war, so war der Verkehr doch sehr beachtlich: Der neue Fahrplan zählte nicht weniger als 31 Zugpaare am Tag; parallel waren bis zu 2 Personenzüge und 3 Güterzüge auf der Strecke unterwegs! Hauptaufgabe der Bahn war der Güterverkehr: Durch die schmale Spurweite mit engen Gleisbögen konnten die in Düren von der Staatsbahn übernommenen Normalspurgüterwagen auf Rollwagen (das ist gewissermaßen ein Stück Normalspurgleis auf 2 flachen schmalspurigen Drehgestellen) direkt in die Werkshöfe der Fabriken in Düren, Birkesdorf und Merken gefahren werden. Zur Verlängerung der Stecke beschaffte die Dürener Dampfstraßenbahn zwischen 1899 und 1901 vier weitere Dampflokomotiven: Die Nr. 4 – 7 „DÜREN“, „HOVEN“, „MERKEN“ und „PIER“.
Der Betrieb entwickelte sich weiter gut. Es folgten die Streckenverlängerung nach Pier und schließlich Inden. Ab 1913 wurde der Personenverkehr elektrifiziert, zwischen 1941 und 1952 der Güterverkehr; 1953 wurde die letzte Dampflok abgestellt. Doch zunehmend wurde die Bahn zum Verkehrshindernis und der Güterverkehr wanderte Schritt für Schritt auf die Straße ab. Am 30. Juni 1965 wurde die Strecke stillgelegt. Heute sind vor Ort nur noch für den Insider vereinzelte Spuren der Bahn zu finden.
Glücklicherweise haben aber 8 Fahrzeuge der Dürener Dampfstraßenbahn bei der Selfkantbahn überlebt: 2 Rollwagen, 3 Güterwagen der Papierfabrik F.H. Schoeller und die Kastendampflokomotive RUR von 1899. Sie war 1942 an die Papierfabrik F.H. Scholler verkauft worden und nach einem Umbau in eine feuerlose Lok bis Ende der sechziger Jahre werksintern im Einsatz gewesen. Im Oktober 1972 wurde sie an die Selfkantbahn verschenkt. Nach jahrzehntelanger Abstellung begann nach Überlassung an den Partner Kleinbaan Service im September 2013 die Aufarbeitung. Nach einigen 1.000 Stunden Arbeit und einigen 100.000 € Kosten ist die RUR seit Herbst 2025 wieder betriebsbereit. Im Winter erhielt die RUR in aufwändigen Malerarbeiten ihre Zierstreifen zurück, die die Loks für Düren bei den Auslieferungen getragen hatten.
(Quelle: Selfkantbahn)