Historischer Moment in der Pfarrkirche Millen
Historischer Moment in der Pfarrkirche Millen
Erste Pilger seit Napoleon auf dem einstigen Quirinus-Pilgerweg von Neuss nach Millen erhielten Sonderstempel im Zeichen der 900 Jahresfeier Quirinus-Verehrung-Millen ruft Quirinus-Jahr auf.
Millen. Die Schatzkammer des Westens mit der Ortschaft Millen schrieb nicht vor Jahrhunderten Geschichte, unter anderen mit seiner über 1.000jährigen St. Nikolaus Pfarrkirche die im Volksmund einst Quirinus-Kirche genannt wurde – Millen und des Heiligen St. Quirinus ist eine Geschichte, die Bücher füllen könnte.
Vor Tagen sah die Historie ein neues Kapitel ausgeschlagen. Zwei Pilger aus Neuss hatten Ortsvorsteher Erich Hacken informiert, dass sie auf ihrer Etappenreise des Jakobs Pilgerweg die Ortschaft Millen erreichen. Maastricht war am Tage danach das Ziel auf dem ersten Etappenabschnitt bis Lüttich mit späteren Endziel Ankunft in der ewigen Stadt Rom. Christian Ihben und Jürgen Gepkems aus Neuss erreichten Millen am Nachmittag, hatten damit den einstigen Quirinus-Pilgerweg zu neuem Leben erweckt. Ihben ist sehr aktiv in der Quirinus-Verehrung und Geschichte wie auch Erich Hacken aus Millen. Hacken rief vor Monaten bereits das Quirinus-Jahr mit der 900-Jahrfeier (1126-2026) der Verehrung in Millen aus, in der zweiten Jahreshälfte treffen sich die Quirinus-Freunde aus mit Neuss, Perl an der Mosel, Püchersreuth und St. Quirin (Fugesen, Frankreich) die fünf hauptamtlichen Orte, die die Quirinus-Verehrung leben und allesamt begeben sich auf historischen Spuren.
Napoleon stoppte einst den Pilgerweg
Quirinus war einst ein römischer Feldmarschall unter Kaiser Hadrian, der den Auftrag an Quirinus gab, den eingesperrten damaligen Papst Alexander im Gefängnis zu bewachen – Kaiser Hadrian war ein totaler Verfechter des Glaubens und der kath. Kirche. Quirinus hatte eine Tochter Balbina mit schwerer Krankheit. Die Geschichte sagt aus, dass auf Fürbitten des Papstes Alexander Balibina vom Leiden geheilt wurde. Quirinus trat mit seiner ganzen Familie zum katholischen Glauben über, ließ sich taufen. Dies entzürnte Kaiser Hadrian derart, Quirinus wurde im Jahre 119 nach Christus in Rom enthauptet. Gläubige bargen den Leichnam, bestatteten diesen im Kirchhof des Präteratus – Quirinus genoss in Rom als Märtyrer hohe Verehrung. Als die Äbtissin Gepa aus Neuss im Jahre 850 ihren Bruder Papst Leo IV in Rom besuchte, wurden ihr die Reliquien des mittlerweile heiliggesprochenen Quirinus mit auf dem Heimweg gegeben. Auf ihrer Reise soll sie besonders im Elsass und in Luxemburg vielfach kleinere Partikel aufgrund Plünderungen zur Sicherheit abgegeben haben. So erklärt man sich das Vorhandensein mancher Reliquien des heiligen Quirinus in gewidmeten Kirchen in den betroffenen Landesteilen. Als die Reliquien 881 durch die Wikinger in Neuss bedroht wurden ergriffen die Mönche die Flucht, brachten diese zum damaligen Wallfahrtsort Millen, der wie Neuss zum Bistum Siegburg gehörten – ferner hatten die Herren von Millen ein hohes Ansehen. Fast 350 Jahre wurden die Reliquien in der Pfarrkirche Millen aufgebwahrt, daher auch der Volksmundname Quirinus-Kirche. Nach Auszug aus der Geschichte heraus wurden die Reliquien bis 1050 in Millen beschützt. Am 30. April 1050 wurden diese unter großer Anteilnahme der Neusser Bevölkerung wieder in Neuss übergeben.
Als Dank wurden die Reliquien geteilt, sind jeweils in Neuss und Millen (Quirinus-Kapelle innerhalb der Pfarrkirche) sichtbar. Ferner entstand der Quirinus-Pilgerweg zwischen Neuss und Millen, bis dieser historische durch Napoleon gestoppt wurde.
HE
