Aus der Arbeit der Singvogelhilfe Selfkant

Aus der Arbeit der Singvogelhilfe Selfkant

Uwe Huchel | | 3 Min. Lesezeit

Haben Sie einen kleinen oder verletzten Vogel gefunden? – Silke Beckers von der ehrenamtlichen Singvogelhilfe Selfkant hilft!

Hier ihr Rückblick auf das Jahr 2023:

!Ich habe insgesamt 563 Vögel angenommen. In den Wintermonaten kommen hauptsächlich kleinere Singvögel, die mit PKW oder Fenster kollidiert sind. Viele erholen sich vollständig, einige sterben leider.

Im März hatte ich nach Rücksprache mit dem VetAmt freiwilligen Aufnahmestopp, da am Lago in Heinsberg Möwen mit Vogelgrippe gefunden wurden.

Nachdem ich die Freigabe bekommen habe, startete die Saison, wie immer mit jungen Tauben, jungen Amselchen, Meisen und Spatzen.

Im Mai folgten dann die jungen Rabenvögel, Elstern, Krähen usw. Da das Frühjahr so extrem trocken war, waren die Jungvögel in einem selten schlechten Zustand. Die Tiere waren alle stark dehydriert und mager. Einige waren, obwohl sie vom Gefieder schon komplett entwickelt waren, nicht flugfähig. Da die Tiere so mager waren, konnte ich sie nicht einfach normal hochfüttern, sondern musste sie erstmal hydrieren und laaaangsam anfüttern. Dies führte dazu, dass ich die Tiere wie kleine Singvogelarten mit winzigen Futtermengen füttern musste, da die Vögel sonst kollabierten. Da die Vögel so betreuungsintensiv waren, hatte ich zwischenzeitlich Aufnahmestopp für Dohlen und Krähen.

Sämtliche Pflegestationen in NRW hatten mit diesem Phänomen zu kämpfen. Das Vet Amt in Düren hat mehrere tote Krähen untersuchen lassen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Tiere nicht krank, sondern verhungert und verdurstet sind.

Im Juli hatten wir dann eine Zeit, die ungewöhnlich kühl und regnerisch war. In dieser Zeit wurden vermehrt stark abgemagerte Schwalben und Mauersegler gefunden. Das kühle Wetter sorgte dafür, dass die Vögel nicht ausreichend Fluginsekten für ihre Küken finden konnten. Das einzig erfreuliche hieran war, dass die Tiere aber keinen Gefieder- oder Organschaden hatten, wie das oft bei Hitzeopfern der Fall ist. Und tastsächlich war die Quote der Vögel, die es geschafft haben, sehr hoch. Leider führte das untypische Wetter aber auch für einen Auswilderungsstau. Denn es machte keinen Sinn, Schwalben auszuwildern, solange das Wetter noch so kühl und verregnet war. Dadurch hätte ich die unerfahrenen Jungvögel in den Hungertod geschickt. Die Insektenfresser waren in dieser Zeit also überdurchschnittlich länger in Pflege, als das bei guten Wetterbedingungen der Fall gewesen wäre.

Weiterhin habe ich mit Antonia vom Tierrefugium Wegberg zusammengearbeitet. Da Antonia momentan ihre Volieren modernisiert, konnte sie keine Vögel über die Nestlingszeit hinaus betreuen. Wir haben uns dann so arrangiert, dass sie mir die Vögel, die eine Voliere brauchten, gebracht hat. Im Gegenzug hat sie mir die Mauersegler abgenommen, die keine Volieren zur Aufzucht brauchen, sondern flug- und jagdfertig das Nest verlassen. Das hat sehr gut geklappt.

Im Herbst habe ich dann zeitweise gedacht, ich nenne mich Ringeltaubenhilfe Selfkant. Es hat hier junge Ringelchen geregnet. Die Vögel waren größtenteils gesund, sind aber zu früh aus dem Nest und wurden am Boden nicht mehr von den Eltern versorgt. Die meisten habe ich noch im Herbst wildbahntauglich auswildern können. Die ganz späten Küken und einige Tauben, die durchmausern mussten, haben hier in der Aussenvoliere überwintert.

Ich möchte mich, auch im Namen der vielen gefiederten Gäste, ganz herzlich für Deine Arbeit und das gute Miteinander bedanken. Das gilt für die ganze Nabu Selfkant Gruppe, die UNB und das Vet-Amt. Ohne diese Unterstützung, sowohl finanziell als auch in der Sache, wäre die Pflege und Wiederauswilderung nicht möglich. Ich weiß auch, dass das nicht selbstverständlich ist und viele Auffangstationen daran scheitern.”

Singvogelhilfe Selfkant

Silke Beckers

Birder Str. 2 b

52538 Selfkant

http://www.singvogelhilfe-selfkant.de

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