Offener Brief an den Vorstand und Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Volksbank Heinsberg

Offener Brief an den Vorstand und Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Volksbank Heinsberg

Uwe Huchel | | 5 Min. Lesezeit

Wolfgang Robertz                                                                          Selfkant, 12.09.2022
Laaker Weg 13
52538 Selfkant-Höngen

Offener Brief an den Vorstand und Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Volksbank Heinsberg

Sehr geehrter Herr Cormann,
sehr geehrter Herr Hauser,
sehr geehrter Herr Krückel,

ich hatte mich bereits am 16. März d. J. an die Herren Cormann und Hauser gewandt und als Kunde und Mitglied auf diverse Missstände im Umgang mit den Kundinnen und Kunden bei der Volksbank Heinsberg hingewiesen. Den heutigen Brief wollte ich daher in Teilen bereits am 11.04.2022 an Sie absenden.
Bereits vor mehreren Monaten hatte ich mich zudem über das Call Center Ihrer Bank darüber beschwert, dass Kundinnen und Kunden aus dem Selfkant leider keine andere Möglichkeit haben, als den „zeitlich besetzten“ Service in der Zweigstelle Tüddern anzunehmen. Die Volksbankfiliale Höngen wurde aufgrund des Geldautomatensprengvorfalls geschlossen. Das ist nunmehr 2 ½ Jahre her. Die Filiale in Süsterseel ist ebenfalls seit Jahren geschlossen. Weiterhin wurde der Bankomat in Tüddern (In der Fummer) gesprengt und steht somit den Selfkäntern auch seit geraumer Zeit nicht zur Verfügung.
Sie sprechen davon, dass Sie für Ihre Kunden da sind. Sie sprechen davon, weiterhin die beste Bank im Kreis sein zu wollen.
Warum wurden bereits mehrfach Ihre Automaten im Kreis gesprengt und nicht die Automaten der Konkurrenz. Hat die Volksbank da, entschuldigen Sie den Ausdruck, die Zeit, den Austausch der Technik verschlafen?! Oder war die Volksbank bislang bei solchen Taten versichert und ist es nun nicht mehr?
Am 28. März wurde mir bei einem persönlichen Gespräch in der Filiale Tüddern mitgeteilt, dass nun auch die, mit nettem und kompetenten Personal, besetzte Filiale in Tüddern zum 30. Juni d. J. geschlossen wird!
Die Schließung ist nunmehr in der letzten Woche am 05. September vollzogen worden. Somit haben Ihre Kundinnen und Kunden im Selfkant keine Volksbank, keinen Ansprechpartner und Stand heute, nur noch einen funktionierenden Geldauszahlautomaten in Saeffelen!
Die Nutzung dieses Bankomaten in Saeffelen ist eine Zumutung, da anschließend die ganze Bekleidung nach Pizza, Döner, Fett usw. stinkt. Auch in Zeiten der Corona Pandemie ist dieser Standort einfach unmöglich.
Weitere offene Zweigstellen mit notwendiger Beratung sowie funktionierenden Ein- und Auszahlautomaten gibt es jetzt nur noch in den Gemeinden Gangelt und Waldfeucht.
Das heißt mehr als 12 km Anfahrtstrecke für Bewohner aus den Randdörfern, wie Schalbruch-Isenbruch oder Hillensberg-Wehr z.B. um Kontoauszüge zu ziehen!
Können Sie sich vorstellen, dass eine ältere Bevölkerung mit Ihrem digitalen Service sehr schlecht zu Recht kommt und auch aufgrund des Alters und fehlender Software keine Möglichkeit hat, Ihr Homebanking zu nutzen. Die ältere Bevölkerung möchte keine digitale Beratung, weil dies leider unpersönlich ist! Haben Sie darüber einmal nachgedacht?
In der Ex Filiale Tüddern wird zurzeit darauf verwiesen, dass aus personellen Gründen diese bislang einzige Filiale im Selfkant nicht besetzt ist. In meinen Augen wird der Volksbankkunde hier belogen, da mir die Schließungsgründe bereits im März 2022 vom Regionalmarktleiter und dem Privatkundenbetreuer in der Filiale Tüddern mitgeteilt wurden!
Im Nahversorgungsgebiet Tüddern „In der Fummer“ wird nach Aussage Ihrer Mitarbeiter im März d.J. ein „moderner digitaler“ Bankomat aufgestellt. Fragt sich, wann er gebaut wird und wie lange der dann steht! Es wird aber bei der Einfahrt in die Straße „In der Fummer“ seit der Sprengung immer noch auf einen „bestehenden“ Bankautomaten verwiesen!?
Bevor man die letzte Filiale schließt, sollte da nicht zuerst der moderne digitale Automat im Einkaufszentrum Tüddern „In der Fummer“ gebaut und eröffnet werden? Liegt hier vielleicht sogar ein Verstoß gegen die aktuellen Satzungsbestimmungen der Volksbank vor?
Auf Ihrer Internetpräsenz wird zurzeit übrigens immer noch angezeigt, dass die Filiale in Tüddern geöffnet ist!? Viele Fehler, die so nicht passieren dürften.
Ich wüsste gerne wie viele Millionen Euro die Selfkänterinnen und Selfkänter bei der Volksbank Heinsberg deponiert haben. Durch die Schließungen aller Selfkänter Filialen wird man nur erreichen, dass Kundinnen und Kunden die älter und nicht mehr mobil sind, wieder Bargeld in fünfstelliger Höhe zu Hause deponieren, da sie das Vertrauen in die Volksbank endgültig verloren haben und keine andere Möglichkeit sehen, als Bargeld im Sparstrumpf zu horten.
Hat man daran gedacht? Wird das von den Verantwortlichen der Volksbank Heinsberg gewollt?
Unverantwortlich! Gerade in der heutigen Zeit, wo täglich von Betrügereien im Zusammenhang mit älteren Bankkunden in der Presse berichtet wird.
Man schließt die letzte Filiale im Selfkant! Angeblich aus personellen Gründen! Gleichzeitig wird das Stammhaus in Heinsberg für eine hohe Summe umgebaut. Das passt auch irgendwie nicht zusammen!
Die demographische Entwicklung in Deutschland führt bereits seit längerem zu einer zunehmenden Alterung der Bevölkerung. Schon heute sind Senioren ab 60 Jahren mit einem Anteil von über 25 Prozent eine zahlenmäßig bedeutende Bevölkerungsgruppe. Vorausberechnungen zufolge wird ihr Anteil bis zum Jahre 2030 auf weit über ein Drittel ansteigen.
Auszug aus der Seniorenstudie des Bankenverbandes (Jahr 2020). Größeren Wert als die 18- bis 59-Jährigen legen die Senioren jedoch nach wie vor auf die gute Erreichbarkeit der Filiale (86 vs. 77%) und die persönliche Beratung (80 vs. 75%). Im Umgang mit Banken kommt es Senioren wie Erwerbsfähigen sehr auf freundliche Angestellte und günstige Dienstleistungen an, Senioren darüber hinaus auch auf gute Erreichbarkeit der Filiale. Mit 94 Prozent (Senioren) bzw. 92 Prozent (Erwerbsfähige) – und damit weitgehend unabhängig vom Alter der Befragten – steht tatsächlich die Freundlichkeit von Bankangestellten klar an der Spitze der Kriterien, wenn es um die Beurteilung von Banken geht.
Aus diesen Gründen richtet sich der Brief auch an Norbert Reyans als Bürgermeister und unsere politischen Vertreterinnen und Vertreter im Gemeinderat. Ich verlange ein mobiles Kundenfahrzeug für den Selfkant, wo auch die nicht mobilen Kundinnen und Kunden in jedem Ort ihre Geldgeschäfte mindestens einmal wöchentlich weiterhin ortsnah erledigen können.
Ihre Konkurrenz zeigt, dass dies geht! Die Konkurrenz ist da kundenfreundlicher!
Ich möchte die Kundinnen und Kunden der Volksbank Heinsberg aus dem Selfkant bitten, sich beim Vorstand der Bank zu beschweren und gleichfalls auf die oben aufgeführten Missstände hinzuweisen.
Vielen Dank für das Verständnis!
Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Robertz

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